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Patientenveranstaltung 4. November in Mainz 2006

Eine kurze Zusammenfassung, der etwas ausführlichere Bericht zum Thema Angst folgt in Kürze

Am 4. November fand in Mainz die 3. und letzte Patientenveranstaltung der Deutschen Emphysemgruppe e.V. für das Jahr 2006 statt. Die Vorsitzende der DEG, Heide Schwick, konnte in ihrer Eröffnungsrede trotz der späten Jahreszeit zahlreiche Teilnehmer begrüßen. Der Raum war bis auf den letzten Platz besetzt, was nicht zuletzt an den interessanten Themen lag, die jeden Atemwegserkrankten Tag für Tag beschäftigen.

 

Talecris Biotherapeutics

Anwesend von Bayer Vital GmbH waren Dipl.-Biol. Helmut Haas und Herr Schäfer. Herr Schäfer stellte die neue Firma Talecris Biotherapeutics GmbH vor, die zum 1. Dezember 06 den Vertrieb der Plasmaprotein-Präparate Alpha-1-Antitrypsin von Bayer Vital übernimmt.

Hierzu gibt es auch eine Pressemeldung

Was tun bei akuter Luftnot?

Was Sauerstoff in unserem Körper bewirkt

Mit seinem eindrucksvollen Vortrag brachte Dr. med. Biedermann unseren Mitgliedern, einigen Angehörigen und Gästen das Thema auf gut verständliche Weise nahe.

Nach einer Abklärung des Begriffes Dyspnoe, was soviel heißt wie schmerzhaftes (schweres) Atmen und die subjektiv empfundene Atemnot des Patienten beschreibt, wurden die verschiedenen Formen der Atemnot nach Ursachen, Krankheit und den subjektiven Symptomen, unter denen der Patient leidet, beschrieben.

Ursachen können sein: Verstopfte verengte Blutgefäße, das Blut gelangt nicht mehr zu den Körperzellen, mechanische Ursachen, z.B. Fremdkörper in Nase oder Luftröhre, was häufig bei kleinen Kindern vorkommt. Alle Lungenerkrankungen können ursächlich an der Atemnot beteiligt sein, einschließlich Tumore. Auch das Herz ist häufig die Ursache für eine Sauerstoffmangelversorgung. In jedem Fall ist für die Behandlung eine genaue Abklärung der auslösenden Ursache oberstes Gebot Dr. Biedermann erklärte die genauen Vorgänge im chemischen Gleichgewicht zwischen aggressiven eiweißauflösenden Enzymen und eiweißschützenden Enzymen. Das Emphysem entsteht durch gestörtes Gleichgewicht, die aggressiven Enzyme überwiegen und zerstören das Lungengewebe. Dieser Prozeß wird gefördert durch Infekte, Pneumonien, chronische Bronchitiden, da es zu einer Zunahme der aggressiven Substanzen kommt. Die eiweißschützenden Enzyme werden insbesondere von Zigarettenrauch zerstört, was eine fortschreitende Veränderung der Alveolen und damit die chronische Überblähung zur Folge hat. Damit kommt es zur Unterversorgung der Organe und Zellen mit Sauerstoff, die Körperzellen können ihre Fuktion nicht mehr erfüllen.

Der Sauerstoffmangel im arteriellen Blut oder im Gewebe (Hypoxy) äußert sich in grauer oder blau-zyanotischer Gesichtsfarbe, in Bewußtseinstrübungen bis hin zu Ohnmacht, Atemnot und Muskelschwäche. Symptome schwersten Sauerstoffmangels sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Mattigkeit, zunehmende Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Koma und Tod.

Bei der Therapie steht die Beseitigung des Sauerstoffsmangels im Vordergrund, wenn die Sauerstoffsättigung weniger als 90% beträgt. Dabei ist in jedem Fall der Anstieg des Kohlendioxyds - das den Atemantrieb steuert - zu kontrollieren, um eine so genannte Kohlendioxydnarkose zu vermeiden.

Der Patient in schwerer Atemnot ist hochgradig erregt, was eine schnelle Beruhigung des Betroffenen erfordert. Gute Erfahrungen wurden mit Morphinpräparaten gemacht, die sedierend, schmerzlindernd und wenig atemdepressiv wirken. Die Lagerung des Patienten richtet sich nach der Ursache der Atemnot und entspricht dem meist instinktiven Wunsch des Patienten, eine bestimmte Körperstellung einzunehmen. Dr. Biedermann ging intensiv auf die medikamentöse Therapie ein, die sich nach den verschiedenen Krankheitsursachen und ihren Symptomen richtet. Umfassend stellte er die Problematik des Alpha-1-Antitrypsinmangels dar, eine Entdeckung von Eriksson und Laurell 1963 in Malmö. Der ererbte Gendefekt betrifft einen von 2500-5000 Menschen in Europa und Nordamerika, also ist ebenso häufig wie der juvenile Diabetes mellitus Typ I aber bei weitem weniger bekannt. Hier liegt die Therapie in Prävention und Substitution. Auf dieses Thema wird in einem weiteren Bericht ausführlicher eingegangen.

Anschließend beantwortete Dr. Biedermann ausführlich die vielen Fragen der Patienten. Einige Antworten: „Für COPD-Erkrankte sind Kliniken in großen Höhenlagen nicht geeignet“. Was das Fliegen betrifft, treten keine Probleme auf, sofern die Patienten mit Sauerstoff versorgt sind. Eine Ausnahme bilden Patienten, die neben der COPD noch unter Lungenhochdruck und/oder eine Rechtsherzvergrößerung (cor pulmonale) haben. Sie sollten auf keinen Fall Flugreisen unternehmen.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die akute Luftnot eine subjektiv unangenehm erschwerte Atmung beschreibt, die verschiedene Ursachen haben kann. In den meisten Fällen ist die Gabe von Sauerstoff hilfreich und notwendig, da die Gefahr der Unterversorgung lebenswichtiger Organe gegeben ist und bleibende Schäden verursachen kann.

     
 

Umgang mit Angst bei chronischer Luftnot

der Vortrag von Dr. Andreas Werner (Leiter der Koordinationsstelle Integrierte psychosoziale Versorgung Tumorzentrum Rheinland-Pfalz e.V.) schloss sich thematisch nahtlos an die Ausführungen von Dr. Biedermann an. Obwohl jeder Einzelne weiß, was Angst bedeutet und ihre Auswirkungen kennt, ist es kein Thema, das offen diskutiert wird. Dr. Werner definierte den Begriff der Angst, die zum Leben gehört und ein wichtiges Gefahrensignal darstellt. Ohne Angst ist keine persönliche Entwicklung möglich, andererseits ist der Mensch in der Lage, vor fast allen Dingen und Situationen Angst zu entwickeln. Zu unterscheiden sind psychische und körperliche Reaktionen. Dabei muß der Arzt beides beachten, eine genaue Diagnose ermitteln und einen vielfältigen Therapieplan zur Unterstützung des Patienten entwickeln, der sich an seinen Symptomen orientiert. Dabei kommen Medikamente sowie Psychotherapie zum Einsatz. Nach dem Vortrag wurden noch Fragen der Teilnehmer beantwortet und Fallbeispiele diskutiert.

Ein ausführlicher Bericht zum Thema "Angst bei Luftnot" ist in Vorbereitung und wird in Kürze bei den Themen veröffentlicht..

Nach dem offiziellen Teil

der Veranstaltung wurde noch angeregt über die Themen diskutiert. Einige Teilnehmer freuten sich auch über ein Wiedersehen mit alten Bekannten und Freunden oder knüpften neue Kontakte.

Bericht: Heide Schwick
Fotos: Kurt Samsel
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Veranstaltungskalender

 

Parkberechtigung

Eine neue bundeseinheitliche Regelung sieht vor, dass nur "außergewöhnlich gehbehinderte" und blinde Menschen eine Parkberechtigung bekommen. Markt berichtet.
Link: Filmbeitrag beim NDR


Lungensport in Aachen

Von Nicole Bott erhielten wir die Nachricht, dass in Aachen seit Februar eine neue Lungensportgruppe (Rehabilitation - Formular 56) ins Leben gerufen wurde. Für weitere Fragen eine E-Mail an rehasport(at)luisenhospital.de oder telefonisch an 0241-4142205.


Neue Mailingliste für Angehörige

Die Erkrankung betrifft nicht nur die Erkrankten, sondern die ganze Familie, Freunde und Bekannte. Angehörige sind genauso betroffen wie die Erkrankten selbst, nur fragt kaum jemand nach ihrem Befinden.
Der Alltag verändert sich für Menschen mit Emphysem, COPD etc., Zukunftspläne müssen revidiert werden und dadurch wird auch das eigene Leben der Angehörigen beeinflusst.
Zur Mailingliste für die Angehörigen klickt man
Link: Anmeldung zur Mailingliste


Sauerstofftankstelle in Braunschweig

[image]In Zusammenarbeit mit der Deutschen Emphysemgruppe e.V. hat die Firma Hempel KG in Braunschweig eine Sauerstofftankstelle eingerichtet. Es ist stets ein gefülltes stationäres Flüssig- Sauerstoffsystem parat, so dass, wenn einem unterwegs der Sauerstoff ausgeht, das portable Sauerstoffgerät während der Öffnungszeiten in den Geschäftsräumen der Firma kostenlos aufgefüllt werden kann.

Weitere Infos:
--> Sauerstofftankstelle
--> Weitere Sauerstofftankstellen


PATIENTEN-HANDBUCH

[image] „HILFE! ATEMNOT“ Rauchen ist die häufigste Ursache einer chronischen atemwegsver- engenden Lungenkrankheit, die von Medizinern als COPD bezeichnet wird. Die Lungen werden durch die permanente Giftzufuhr auf Dauer geschädigt. Es kommt zu einer Verengung der Atemwege, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Folge: Immer öfter entsteht eine Atemnot.
Link: AOK
Link:Handbuch (PDF)


 
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